Zwischenruf von draußen

In der Kolumne „Zwischenruf von Draußen“ begleitet der Politikwissenschaftler Georg Fülberth, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Marburger Linken und Hochschullehrer i.R., den OB-Wahlkampf. Nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus der Kommunalpolitik 2011 hatte er sich eigentlich vorgenommen, sich nicht mehr zu lokalen Fragen zu äußern. Dass er jetzt eine Ausnahme macht, freut mich sehr.

Erster Wahlgang

Es gibt Leute, die finden, Jan Schalauske sei nicht nur der zweitjüngste, sondern auch der intelligenteste und authentischste, kurzum: der beste Oberbürgermeister-Kandidat, aber er werde nicht gewinnen. Deshalb sei eine Stimme für ihn eine verlorene Stimme und man solle sich lieber für den Bewerber der SPD oder der CDU entscheiden. Und da die Christdemokraten in Hessen so viel Bockmist gemacht haben (und weiter machen), müsse man halt Dr. Thomas Spies wählen.

So oder ähnlich haben 2011 wohl ziemlich viele Anhängerinnen und Anhänger der Grünen gedacht: Sie liefen gleich im ersten Wahlgang zu Egon Vaupel über und fielen ihrem eigenen Kandidaten, dem liebenswürdigen und verdienstvollen Bürgermeister Dr. Franz Kahle, ziemlich übel in den Rücken. Dieses Schicksal dürfte diesmal Dr. Elke Neuwohner ereilen.

Die Wählerinnen und Wähler der „Marburger Linken“ und überhaupt alle Menschen, für die eine vernünftige Politik erst diesseits von CDU, SPD, Grünen beginnt, werden nicht so blöd sein.

Erster Wahlgang weiterlesen

Zwischenruf von draußen

Zwischenruf von draußen

Am 31. März 2011 um Mitternacht endete meine kommunalpolitische Zeit in Marburg. Wenn man aufhört, soll man das ebenso gründlich tun, wie man sich vorher abgestrampelt hat. Ich bin auch gar nicht mehr viel in Marburg. Mein kommunales Wahlrecht habe ich mir allerdings erhalten. Man könnte es einmal brauchen. Zum Beispiel jetzt.

Die Marburger Linke hat Jan Schalauske als Oberbürgermeister-Kandidaten aufgestellt. Den wähle ich, und ich schiebe hiermit Reklame für ihn.
Er ist das Gegenbild zu der in Marburg üblichen Charaktermaske der kommunalen Rampensau, also ein vor allem sachlicher Typ.

Seine Konkurrent(inn)en werden Wahlversprechen machen. Er dagegen hat bereits geliefert. Viele Vorschläge, die die Marburger Linke in den vergangenen Jahren gemacht hat, wurden von den anderen Parteien erst abgelehnt, aber dann, wenn der Problemdruck groß genug wurde, übernommen. Eine solche Bilanz hat sonst niemand. Wenn man wissen will, welche vernünftigen Dinge in den nächsten Jahrzehnten gegen alle Blockaden letztlich durchgesetzt werden, muss man nur in das jetzt noch gültige Wahlprogramm der Marburger Linken sehen. So wird es kommen.

Falls Jan Schalauske nicht gewählt werden sollte (und das könnte passieren), kommt es doch darauf an, wie viele Stimmen er erhält. Sie werden Teil des Drucks von links sein, unter den der oder die letztlich Gewählte vom ersten Tag an zu setzen ist.
Georg Fülberth

Erschienen in Paroli Nummer 26, Mai 2015.

http://www.die-linke-marburg.de/05/Paroli_Mai_2015.pdf