Wertschätzung kultureller Vielfalt ist haushaltsrelevant

In Marburg leben Menschen aus über 150 Nationen. Wer kümmert sich eigentlich unermüdlich um die Interessenvertretung von Migrant/innen in Marburg? Wer organisiert den beliebten Tag der kulturellen Vielfalt am 3. Oktober? Wer bemüht sich um den Dialog zwischen den Kulturen? Richtig, der Marburger Ausländerbeirat. Er ist die zentrale Anlaufstelle für viele Migrant/innen in unserer Stadt. Das Gremium ist nicht nur die demokratisch gewählte Vertretung der Ausländer/innen in Marburg, sondern leistet auch eine enorm vielfältige Arbeit, überwiegend ehrenamtlich.

In Sonntagsreden loben Vertreter/innen aller Parteien diese Arbeit. Leider hört die Wertschätzung auf, wenn es an das Eingemachte geht. Seit Jahren fordert der Ausländerbeirat eine volle Stelle für die Geschäftsführung, um die anfallende Arbeit halbwegs bewältigen zu können. Zu jeder Haushaltsberatung bringt die Fraktion Marburger Linke einen entsprechenden Änderungsantrag ein. SPD und GRÜNE haben das Begehren immer abgelehnt. Das finde ich falsch. Eine symbolische Wertschätzung wird der Arbeit des Ausländerbeirats nicht gerecht. Die Anerkennung muss sich auch im Haushalt wiederfinden. Außerdem setze ich mich für ein Rederecht für den Ausländerbeirat zur Antragsbegründung in der Stadtverordnetenversammlung ein. Schließlich möchte ich auch nicht, dass linke Anträge von anderen Parteien begründet werden.