WLAN für Marburg

WLAN für Marburg

Bei der Podiumsdiskussion zur OB-Wahl, veranstaltet von der Elisabethschule vor einigen Tagen, hat einer der Mitbewerber/innen um das Amt des Oberbürgermeisters, der SPD-Kandidat Dr. Thomas Spies, angekündigt, sich für ein flächendeckendes WLAN einzusetzen. Ein interessanter Vorstoß.

Bereits 2012 hatte die Marburger Linke ein kostenloses flächendeckendes WLAN als Teil  öffentlicher und kommunaler Daseinsvorsorge gefordert. SPD und Grüne haben damals das Vorhaben kopfschüttelnd abgelehnt. An dieser Stelle dokumentiere ich nochmal unseren Antrag:

Antrag der Fraktion Marburger Linke betr. Kostenloses WLAN („Marburg-Lan“) für Marburg

Beschluss:

Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Magistrat, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken zu prüfen, wie und ob ein kostenloses WLAN-Netz (drahtloser Internetempfang) im Kernstadtgebiet und in den Stadtteilen realisiert werden kann.

Begründung:

 

In Zeiten der digitalen Revolution wird der Zugang zu Information und ungehinderter Kommunikation immer wichtiger. Politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Teilhabe muss für alle Marburger_innen gewährleistet werden, auch in den digitalen Welten. Ein freies W-LAN sollte heutzutage einen nicht zu unterschätzenden Teil öffentlicher und kommunaler Daseinsvorsorge darstellen.

Ob Arbeitssuche, Kommunikation über soziale Netzwerke, Kontakt mit Behörden, Gestaltung der Freizeit oder Beteiligung an öffentlichen Debatten: In nahezu allen Lebensbereichen ist es heutzutage von großer Bedeutung online zu sein. Andererseits hängt der Zugang zur digitalen Welt noch immer von der sozialen Lage ab. Expert_innen sprechen von einer digitalen Spaltung der Gesellschaft, die eng mit der sozialen Spaltung verbunden ist.

Insbesondere für Marburg als Universitätsstadt spielt die breitest mögliche Nutzung neuer Technologien eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung als Ort für Wissenschaft, Wirtschaften und Tourismus.

Auch in anderen Städten wird die Einrichtung von kostenlosem WLAN geprüft. In Estland garantiert die Regierung den Zugang zum kostenlosen Internet sogar per Gesetz. Hotspots und Terminals ermöglichen den Est_innen die freie Nutzung im ganzen Land.

Für die Prüfung dieses Projekts, seiner finanziellen, technischen und rechtlichen Dimensionen, bietet sich eine enge Kooperation mit den Stadtwerken an, die bereits kostenpflichtiges „Wireless-DSL“ anbieten sowie eine Breitbandversorgung der äußeren Stadtteile planen. Auch könnte auf die Erfahrungen der Philipps-Universität zurückgegriffen werden, die ihren Studierenden und Mitarbeiter_innen in vielen Einrichtungen einen Zugang zum Internet ermöglicht.

Kurzfristig wäre es sinnvoll, die Einrichtung von begrenzten W-LAN-Zonen im öffentlichen Raum, an viel besuchten Orten und Plätzen in Marburg zu prüfen.

Das Projekt könnte den Namen ‚Marburg-Lan‘ tragen.